Post Nachsendeauftrag – Nachsendeantrag stellen

Mit einem Post Nachsendeauftrag wird der Postdienstleister von dem Postempfänger damit beauftragt, die an dessen „Heimatanschrift“ adressierten Postsendungen an diejenige Postanschrift weiterzuleiten, unter der er sich vorübergehend aufhält. Damit dieser Post Nachsendeauftrag ausgeführt werden kann, muss das Nachsenden beantragt werden. Im Sprachgebrauch werden Nachsendeantrag und Post Nachsendeauftrag meistens als ein und dasselbe bezeichnet. Die Post muss nachgeschickt werden, demzufolge wird dafür ein Nachsendeantrag benötigt. Rein formell und juristisch betrachtet handelt es sich bei dem Nachsendeantrag um einen Auftrag, der durch die Annahme des Postunternehmens zu einem Vertrag wird. Der beinhaltet beiderseitige Rechte und Pflichten in der Weise, dass die Rechte des einen die Pflichten des anderen sind.

Vom Ursprung her war für den Nachsendeantrag die Deutsche Post AG der einzige Ansprech- und Vertragspartner. Heutzutage gibt es sowohl regional als auch bundesweit noch weitere Dienstleister für die Zustellung von Briefpost, von Zeitungen, Magazinen und dergleichen. Insofern muss der Postempfänger bei einem Post Nachsendeauftrag unterscheiden, ob er damit ausschließlich die von der Deutschen Post AG zugestellte Briefpost nachsenden lassen möchte, oder auch Briefpostsendungen anderer Postzusteller.

Deutsche Post AG
Die folgenden Ausführungen rund um den Nachsendeantrag beziehen sich darauf, dass der Post Nachsendeauftrag an die Deutsche Post AG gestellt wird, sprich an den Nachfolger der früheren staatlichen Deutschen Post. Seit jeher ist es ein Service der Deutschen Post AG, auf einen Nachsendeantrag hin die „normale Briefpost“ an eine vorübergehend oder auch dauerhaft andere beziehungsweise neue Adresse weiterzuleiten. Die Gründe dafür sind ebenso vielfältig wie vielseitig. Sie reichen von der urlaubs- und krankheitsbedingten Abwesenheit über einen Insolvenz- oder einen Sterbefall bis hin zum Wohnungsumzug von A nach B. In all diesen Fällen geht es darum mit dem Nachsendeantrag sicherzustellen, dass keine Briefpostsendung im heimischen Briefkasten unbeachtet liegenbleibt oder gar verlorengeht. Diese Gefahr besteht beispielsweise beim Ableben des Empfängers. Wenn sich niemand um seine Post kümmert, dann „schmort“ sie unbeachtet und unbearbeitet in dem verlassenen Briefkasten.

Geltungsdauer ist für jeden Nachsendeantrag zeitlich befristet
Die Frist kann sowohl vom Postempfänger als Auftraggeber als auch von der Deutschen Post AG als dem Auftragnehmer bestimmt respektive begrenzt werden.

• Bei einer temporären Abwesenheit vom Wohnsitz entscheidet der Postempfänger, wie lange der Nachsendeantrag, wie es genannt wird, laufen soll. Das sind meistens einige Wochen wegen Urlaubsabwesenheit oder aber mehrere wie bei einem Reha-Aufenthalt.

• Die längste Zeitdauer für einen Nachsendeantrag beträgt zwei Jahre. Gängige Praxis wegen einem Wohnungsumzug sind sechs Monate. Eine weiteren Staffelung ist die jeweilige Verdoppelung auf zwölf Monate und dann auf zwei Jahre.

• Mit Ablauf der vom Postempfänger beantragten Nachsendezeit verliert der Nachsendeantrag automatisch seine Gültigkeit; er braucht also nicht extra gekündigt zu werden.

• Bei Bedarf kann der Postempfänger den Post Nachsendeauftrag verlängern. Diese Verlängerung ist gleichbedeutend mit einem rechtzeitig neugestellten Nachsendeantrag. So können die Briefpost und weitere Postsendungen über mehrere Jahre hinweg an den jeweils aktuellen Aufenthaltsort nachgeschickt werden.

Post Nachsendeauftrag ist mit Kosten verbunden
Bis Anfang der 2000er-Jahre, genauer gesagt bis zum Jahr 2003 war der Deutsche Post Nachsendeservice, wie der Nachsendeantrag heute heißt, eine kostenlose Dienstleistung der Deutschen Post AG. Heutzutage wird in den privaten sowie in den geschäftlichen Nachsendeantrag unterschieden.

Die Kosten berechnen sich nach der jeweiligen Dauer, für die der Post Nachsendeauftrag erteilt wird
Privatkunden
– 19,90 Euro für 6 Monate
– 24,90 Euro für 12 Monate
– 34,90 Euro für 24 Monate
Geschäftskunden
– 34,90 Euro für 6 Monate
– 49,90 Euro für 12 Monate
– 69,90 Euro für 24 Monate

Post Nachsendeauftrag frühzeitig und online erteilen
Die Deutsche Post AG macht dem Postempfänger die Antragstellung denkbar leicht. Sowohl auf der eigenen Homepage als auch auf Webseiten anderer Dienstleister kann das Onlineformular als Eingabemaske ausgefüllt und mit einem letzten Mausklick abgeschickt werden. Der Antragsteller sollte wissen, dass die Deutsche Post AG mindestens fünf Werktage benötigt, um den Post Nachsendeauftrag soweit zu bearbeiten, dass ab dem gewünschten Termin die infrage kommenden Postsendungen auch tatsächlich nachgesendet und nicht im heimischen Briefkasten hinterlassen werden. Hier gilt der Grundsatz, dass der Post Nachsendeauftrag eher früher als später gestellt werden sollte.

Genau definieren, was nachgesendet werden soll
Der standardisierte Post Nachsendeauftrag beinhaltet die gängige Briefpost wie Briefe in verschiedenen Normgrößen, Postkarten oder auch Drucksachen. Bei Zeitungen und Magazinen wird es etwas kompliziert. Automatisch nachgeschickt werden Streifbandsendungen als Zeitungen und Zeitschriften in adressierten sowie frankierten Hüllen. Ausgenommen von diesem Zustellservice sind Postvertriebsstücke. Weiterhin werden keine Infopost ohne Umhüllung, keine Express- sowie keine Pressesendungen an die neue Wohnanschrift im Inland nachgeschickt.

• Päckchen und Pakete werden im Inland gegen ein Zusatzentgelt von 6,99 Euro je Sendung nachgeschickt
• Ohne zusätzliches Entgelt wird die DHL Infopost wie Kataloge nachgeschickt
• Diese beiden Zusatzleistungen können beziehungsweise müssen im Post Nachsendeauftrag jeweils getrennt beantragt, das heißt angekreuzt werden

Absender kann Nachsendung durch Vorausverfügung verhindern
Jeder Absender kann zu jedem Zeitpunkt für die betreffende Briefpost verfügen, dass die Postsendung nicht nachgesendet werden soll respektive darf. Das geschieht vorwiegend bei der behördlichen Dokumentenzustellung. Der Briefempfänger erfährt darüber nichts. In solchen Fällen bleibt ein Antrag auf Nachsendung der Briefpost wirkungslos. Der Brief wird ganz normal in den Briefkasten der Heimatanschrift eingeworfen. Dort verbleibt er, bis der Briefkasten geleert wird. Wenn mit einer solchen Postsendung Fristen verbunden sind, dann ist die Gefahr eines Fristversäumnisses nicht zu vermeiden. Der Briefempfänger hat in dieser Situation die Möglichkeit, einen „Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand“ bei der zuständigen Behörde zu stellen. Der erforderliche Nachweis wird durch seine Abwesenheit, den Antrag auf Nachsendung sowie durch die „Nachsendesperre“ des Absenders erbracht.

Umzugsservice der Deutschen Post AG
Der Wohnungsumzug gehört zu den häufigsten Anlässen für einen Post Nachsendeauftrag. Mit einer kostenlosen Umzugsmitteilung können alle gewünschten Adressaten über den Wohnungsumzug informiert werden. Das gilt für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen, Institutionen, Organisationen, Vereine und Verbände. Dieser Service der Deutschen Post AG erhöht die Wahrscheinlichkeit, im Endeffekt niemanden bei der umfänglichen Adressänderung zu vergessen.

Als Fazit bleibt festzuhalten

• dass der Nachsendeservice der Deutschen Post AG eine unentbehrliche, geradezu notwendige Hilfe ist, um bei Abwesenheit sämtliche an die Wohnanschrift gerichtete Briefpost zeitnah am aktuellen Aufenthaltsort zu erhalten.

• Da es sich um eine Dienstleistung mit nachweisbarem Personal- und Kostenaufwand für die Deutsche Post AG handelt, ist es nachvollziehbar, dass sie nicht kostenlos erbracht wird, sondern kostenpflichtig ist. Die Einmalkosten werden bei der Auftragserteilung fällig und können auf unterschiedliche Weise beglichen werden.

• Heutzutage, gegen Ende der 2010er-Jahre, bieten andere vergleichbare Dienstleister einen vom Grundsatz her ähnlichen Nachsendeservice an.

• Insofern muss der Postempfänger mit jedem einzelnen von ihnen einen eigenen Nachsendevertrag abschließen.